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Führung durch das IAB. Bildquelle: Katharina Gottschalk

Bei ihrem Besuch auf dem Gelände des Weimarer Institutes für Angewandte Bauforschung (IAB) am 4. Februar informierten sich Bundesbauministerin Klara Geywitz und Staatsminister und Beauftragter der Bundesregierung für Ostdeutschland Carsten Schneider über die Voraussetzungen zur Etablierung eines Bundesforschungszentrums für klimaneutrales und ressourceneffizientes Bauen am Bauforschungsstandort Weimar.

Begleitet wurde der Termin von Staatssekretär Mario Suckert aus dem Thüringer Wirtschafts- und Staatssekretär Bernd Uwe Althaus aus dem Wissenschaftsministerium sowie weiteren Vertretern dieser Ministerien. Ebenfalls konnte IAB-Direktor Robert Fetter Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine, Professor Peter Benz, Präsident der Bauhaus-Universität Weimar (BUW), Professor Carsten Könke, Wissenschaftlicher Direktor der Weimarer Materialforschungs- und -prüfanstalt (MFPA) und Institutsdirektor Professor Horst Michael Ludwig vom F. A. Finger-Institut für Baustoffkunde der Bauhaus-Universität Weimar (FIB) begrüßen.

Weimar und Bauforschung gehören zusammen

„Bauforschung hat in Weimar eine lange Tradition“, so IAB-Direktor Robert Fetter. Schließlich wurde das Bauwesen schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch das Bauhaus von Weimar aus revolutioniert. Weimar sei bereits heute ein Knotenpunkt in diesem Bereich, bestehen doch schon lange Kooperationen mit kleinen und mittelstädtischen Unternehmen, aber auch mit Großkonzernen der Bauwirtschaft. Und auch die Zusammenarbeit der Weimarer Bauforschungseinrichtungen sei schon lange gelebte Realität.

„Wir sind sehr stolz darauf, dass das IAB nun auch - wie zuvor schon die MFPA – ein AN-Institut unserer Universität ist“, so BUW-Präsident Benz. Mit dem IAB habe man die Schnittstelle gefunden, um Ergebnisse der Grundlagenforschung direkt für die Wirtschaft anwendbar zu machen. Gerade mit Blick auf das Thema nachhaltiges Bauen setzen die drei Weimarer Einrichtungen bereits heute bundesweit Maßstäbe. „Die Gründung des Vereins Zukunft des Bauens e. V. im vergangenen Jahr war ein weiterer Schritt zu noch engerer Zusammenarbeit“, so Benz weiter. Ziel aller Beteiligten sei die Unterstützung der Bauindustrie bei einer dringend notwendigen Entwicklung zu mehr Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz.

Dafür bilden das bereits vorhandene umfangreiche Unternehmensnetzwerk und etablierte Strukturen ein ideales Grundgerüst.

Bauforschung unter einem Dach

„Deshalb ist es nur folgerichtig, diese Forschung perspektivisch auch unter einem Dach zu bündeln“, stellt Fetter fest. Die Unterstützung durch die Stadt Weimar ist den Einrichtungen dabei sicher.

Während auch die Vertreter der Thüringer Ministerien ihre Unterstützung für das Projekt „Bundesbauforschungszentrum“ zusagten, wurde Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine konkreter: „Wir haben auch schon ein geeignetes Grundstück im Blick. Einer Baugenehmigung steht dort nichts im Wege.“ Auch Ansiedlungsmöglichkeiten für weitere Unternehmen werden dabei schon mitgedacht. 

„Auch in Berlin wurde erkannt, dass der Bauforschungsstandort Weimar hervorragende Voraussetzungen bietet, um hier das geplante ‚Bundesforschungszentrum für klimaneutrales und ressourceneffizientes Bauen zu etablieren“, so FIB-Direktor Ludwig, der sich gute Chancen für Weimar ausrechnet. 

Beste Bedingungen für Bundesbauforschungszentrum

Von den idealen Standortvoraussetzungen konnten sich die Gäste aus Berlin sowohl bei einer Besichtigung des IAB als auch in einem Gespräch mit den Akteuren überzeugen. „In Weimar wurden schon gute Grundlagen geschaffen, um hier einen Standort für die bundesweite Bauforschung zu etablieren“, so Bundesbauministerin Klara Geywitz. Auch Staatsminister Carsten Schneider wolle sich auf Bundesebene für den Thüringer Standort einsetzen.

MFPA-Direktor Könke betonte: „Über 500 Fachkräfte sind bereits jetzt im Bereich der Bauforschung in Weimar tätig. Im geplanten Bundesforschungszentrum könnten wir deren wissenschaftliche Arbeit noch einmal auf eine ganz andere Stufe heben.“

Für die Etablierung des Bundesbauforschungszentrums werden vom Bund bis einschließlich 2028 über 68 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Dass ein solches Forschungszentrum kommen müsse, sei laut Geywitz unstrittig, ebenso dessen institutionelle Förderung - unabhängig von möglichen Regierungskoalitionen nach der Bundestagswahl.

„Wir sehen uns dieser Herausforderung gewachsen“, sind sich die Weimarer Forschungseinrichtungen sicher. Mit einem Standort des Bundesbauforschungszentrums in Weimar sehen sie die Forschungstradition zeitgemäß fortgesetzt.

Pressemitteilung des IAB vom 05.02.2025.