Zusammen mit dem Wuppertal Institut startet der FIR e. V. an der RWTH Aachen jetzt das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) geförderte Projekt „mMEU – Mobilitätsbedingte Mikroplastikemission in der Umwelt“. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines Modells, das auf den Umgebungsdaten verschiedener Bereiche, u. a. Verkehr, Verkehrsinfrastruktur und Abfallentsorgung stützt, um Emissionen von Mikroplastik im städtischen Raum zu ermitteln und nutzerbasierte Anwendungsfälle herzuleiten.

Dabei gehen die beiden Institute der Frage nach, wie eine lokale Ermittlung der mobilitätsbedingten Mikroplastikemission anhand von Datenquellen ermöglicht werden kann und wie verschiedene Akteure die betrachteten Anwendungsfälle für sich nutzbar machen können. Potenzielle Einsatzbereiche des datenbasierten Modells werden bereichsübergreifend identifiziert und hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit bewertet. Zu analysierende Nutzenpotenziale bieten beispielweise die Verkehrsplanung, die Straßenreinigung oder die Abwasserbehandlung sowie Krankenassen und Versicherungen. Das BMVI unterstützt das Projekt im Rahmen der des Förderprogramms mFUND mit insgesamt knapp 100.000 Euro.

Mikroplastik lässt sich zunehmend in der Umwelt nachweisen, wobei weder Herkunft noch die genaue Menge lokal bekannt sind. Ausgehend davon, dass Mikroplastik negative Auswirkungen auf die Umwelt hat, kann sich das mangelnde Wissen über das lokale Vorkommen von Mikroplastikemissionen nachteilig auf Umwelt und Gesellschaft auswirken. Daher gilt es frühzeitig zu verstehen, wo Mikroplastik im städtischen Raum, insbesondere im Kontext der Mobilität, entsteht. Verursacher können beispielsweise der Reifenabrieb von Fahrzeugen, der Faserabrieb von Kehrmaschinen oder der Abrieb von Straßenbelag sein.

Die präventive datengestützte Schaffung von Transparenz würde hier den Umweltschutz erleichtern. Das Projekt bildet somit einen ersten Schritt zum lokalen Management von Mikroplastik, indem es zu Beginn Anforderungen an die Datengrundlage von Städten, Kommunen und weiteren Akteuren identifiziert.

Verschiedene Datenquellen werden untersucht und hinsichtlich ihrer Zugänglichkeit, Qualität und Anwendbarkeit bewertet. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse wird ein Modell zur Ermittlung der lokalen und temporären Mikroplastikemissionen prototypisch entwickelt und validiert.

Um effektive Maßnahmen zur Reduktion der Mikroplastikemissionen herzuleiten, werden Anwendungsfälle für das Datenmodell in verschiedenen Szenarien erarbeitet, die in einem weiteren Schritt hinsichtlich ihrer strategischen Auswirkung und wirtschaftlichen Umsetzbarkeit analysiert werden. Das prototypische Modell wirkt hierbei als Informationsgrundlage. Die ökonomische Anwendbarkeit der Lösung wird anhand von spezifischen Geschäftsszenarien für die betrachteten Anwendungsfälle geprüft. Relevante Anspruchsgruppen, etwa Städte und Verkehrsbetriebe, unterstützen fortlaufend die Entwicklung des Modells. Diese Begleitung stellt die Relevanz und Nutzbarkeit sicher - bei dem gemeinsamen Ziel, mobilitätsbedingte Mikroplastikemission in der Umwelt langfristig reduzieren zu können.

Pressemitteilung des FIR vom 25.05.2021.