Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler und der OFFIS Vorstandsvorsitzende Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Nebel eröffneten heute auf der Hannover Messe den neuen, vierten Forschungs- und Entwicklungsbereich (FuE) des OFFIS: Produktion. Noch bis Freitag können sich interessierte Besucher*innen über den neuen FuE-Bereich und flexible Robotik in der Kommissionierung auf dem Niedersächsischen Gemeinschaftsstand in Halle 2 informieren.

Mit der aufkommenden Digitalisierung von Produktionsprozessen hat sich der Bedarf an Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) auch in der produzierenden Industrie stark erhöht. OFFIS engagierte sich daher frühzeitig im Bereich Industrie 4.0. Schnell wurde sichtbar, dass der Bedarf an IKT-Kompetenz bei den kleinen und mittleren, für die deutsche Wirtschaft so wichtigen Unternehmen, hoch ist.

Damit diese die Digitalisierungschancen ergreifen können, wurde in 2016, gemeinsam mit der niedersächsischen Landesregierung, das Projekt IKIMUNI ins Leben gerufen. Die Landesregierung förderte OFFIS über 3 Jahre mit insgesamt 3 Millionen Euro.

„Durch die Initiative des Niedersächsischen Landtags und in guter Zusammenarbeit der Niedersächsischen Ministerien für Wirtschaft und Wissenschaft, wurde es uns ermöglicht, das Großprojekt zur Nutzung der in OFFIS vorhandenen Informatikkompetenzen für Anwendungen in der industriellen Produktion zu starten und erfolgreich durchführen.“ blickt Prof. Dr. Ing. Wolfgang Nebel heute zurück. „OFFIS ist so zu einer zentralen Anlaufstelle für IKT-Fragen im Kontext von Industrie 4.0 geworden.“

Um diese Kompetenzen weiter auf- und auszubauen, wurden im letzten Jahr erste interne Weichen gestellt, um einen neuen Entwicklungsbereich namens Produktion zu gründen, der die bestehenden Bereiche Energie, Gesundheit und Verkehr des OFFIS sinnvoll ergänzt.

„Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der industriellen Produktion ist für ein Industrieland wie Deutschland von besonderer Bedeutung. Das hier auf der Messe vom OFFIS gezeigte Beispiel für roboter-gestützte Kommissionierung zeigt das Potenzial von KI in der Produktion in beeindruckender Weise: Mensch und Maschine erfüllen Aufgaben gemeinsam und effizient – ein spannender und zukunftsweisender Ansatz“, sagt Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. „Ich freue mich, dass mit dem OFFIS und seinem neuen Forschungs- und Entwicklungsbereich Produktion eine weitere niedersächsische Forschungseinrichtung diese Entwicklung aktiv mitgestaltet und wünsche dem gesamten Team viel Erfolg.“

Der Bereich Produktion des OFFIS beschäftigt sich mit den vielfältigen Forschungsfragen, die die zunehmende Einführung der Digitalisierung in die industrielle Produktion aufwirft.
„Aus den zahlreichen Gesprächen und Projekten mit den Unternehmen in den letzten Jahren haben sich verschiedenste Punkte herauskristallisiert, die die mittelständischen Unternehmen auf ihrem Weg zur Digitalisierung hemmen“, so Prof. Dr.-Ing. Christoph Wunck,  Sprecher des neuen Bereichs Produktion. „Angefangen bei den Potentialen die Sensorik, Aktorik und Vernetzung bieten, über Big Data und Standards in der Produktion bis hin zur Zusammenarbeit von Mensch und Maschine; in all diesen an uns herangetragenen Punkten, werden wir Forschungs- und Entwicklungsarbeit betreiben.“

In den drei Arbeitsgruppen
•    Smart Human Robotic Collaboration
•    Manufacturing Operations Management
•    Distributed Computing und Communication
wird erforscht, welche Hardware/Softwarearchitekturen und welche Methoden für den Entwurf verteilter Steuerungskomponenten in der Produktion geeignet sind, wie die Zusammenarbeit von Robotern und Menschen effizient und sicher gestaltet werden kann und wie Informationsflüsse aus komplexen Fertigungs- und Produktionsumgebungen organisiert, analysiert und optimiert werden können.

Natürlich wird der neue Anwendungsbereich Produktion weiterhin die erworbenen IKT-Kompetenzen für Industrie 4.0 in die Wirtschaft transferieren, um diese bei der Ergreifung der Chancen der digitalen Transformation zu unterstützen. Der Dialog mit Unternehmen wird über Workshops, das Praxisforum Digitalisierung und regelmäßige Meetups gefördert.

Pressemitteilung von OFFIS vom 2. April 2019