Sechs Monate die komplette Infrastruktur einer Forschungseinrichtung nutzen, dazu Rundum-Betreuung durch erfahrene Wissenschaftler – dieses lukrative, deutschlandweit noch immer einmalige Paket bietet der Wettbewerb „Get Started2gether“ in Thüringen. In der diesjährigen vierten Auflage setzten sich 9 von 12 Gründern mit ihren Projekten durch und können nun von der halbjährigen Zusammenarbeit mit einer wirtschaftsnahen Forschungseinrichtung profitieren. Der mit 1.000 Euro dotierte Preis des Forschungs- und Technologieverbunds Thüringen (FTVT) wurde erstmals als Publikumspreis per Abstimmung vergeben. Er ging an die Coachwhisperer GmbH aus Jena.

Das Start-up hatte das Projekt „Coachwhisperer Real-Time Interaction“ (zu Deutsch: „Trainer-Flüsterer Echtzeit-Interaktion“) vorgestellt. Dahinter verbirgt sich eine All-in-one-Lösung für den Mannschaftssport. Der „Coachwhisperer“ gilt sowohl als ein innovatives Werkzeug zur Digitalisierung und Optimierung des Trainings als auch als passende Coaching-App zur Unterstützung des Trainerstabs. Geschäftsführer Philipp Zacher hatte das Publikum der Wettbewerbsveranstaltung, die am Institut für Angewandte Bauforschung Weimar (IAB) ausgetragen wurde, mit der charismatischsten und lebendigsten Präsentation des Tages überzeugt.

Insgesamt beteiligten sich diesmal 12 Start-ups mit ihren Beiträgen und hatten dabei maximal zehn Minuten Zeit, um die Jury vom Potenzial ihrer Geschäftsidee zu überzeugen. Die Bandbreite reichte von Angeboten für die Bauindustrie und die Fahrzeugbranche über die optische Industrie bis hin zum Lebensmittel- oder dem Biotechnologie-Sektor. Am Ende setzten sich 9 der 12 Start-ups durch.

Thüringens Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee hatte die Veranstaltung mit dem neuen FTVT-Vorsitzenden Dr. Ulrich Palzer eröffnet. „Mit dem Wettbewerb bieten wir jungen Gründern die Möglichkeit, von der Infrastruktur und Expertise einer etablierten Forschungsgemeinschaft zu profitieren“, betonte Tiefensee. „Durch die enge Zusammenarbeit von Gründern und Forschungsinstituten können gute Produktideen von Anfang an zu einem höheren technischen Reifegrad gebracht werden.“ Dies erleichtere es, privates Beteiligungskapital zu akquirieren oder das Produkt auf dem Markt zu platzieren. Die Auswertung der ersten drei Wettbewerbsrunden belege laut Tiefensee eine Beschleunigung bei den Produktentwicklungen oder der Weiterentwicklung der Geschäftsidee.

FTVT-Vorsitzender Dr. Ulrich Palzer – am Donnerstag auch als Direktor des IAB Weimar der Gastgeber – war hoch zufrieden mit dem Verlauf der 4. Runde. „Die Zahl der Interessenten lag nochmals deutlich über jener der letzten Veranstaltungen. ‚Get started 2gether‘ ist weiterhin ein voller Erfolg“, konstatierte Palzer. „Die Wettbewerbsbeiträge dokumentierten erneut hohen Innovationsgehalt und Marktpotenzial in den verschiedensten Bereichen. Die erfolgreichen Unternehmen können nun von der Accelerator-Funktion unseres Wettbewerbs profitieren – damit wird das Wachstum ihres vorhandenen Geschäftsmodells spürbar beschleunigt.“

„Get started 2gether“ ist eine Gemeinschaftsaktion des Forschungs- und Technologieverbundes Thüringen (FTVT), zugleich Landesvertretung der Zuse-Gemeinschaft, mit dem Thüringer Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium. Seit ihrem Start 2019 richtet sie sich an technologieorientierte Gründer oder Gründerteams aus Wirtschaft und Wissenschaft, die für die Weiterentwicklung ihres Vorhabens das Equipment einer wirtschaftsnahen Forschungseinrichtung nutzen wollen. Zur Förderung der erfolgreichen Get Started-Teilnehmer stellt das Land für die vierte Runde eine Million Euro zur Verfügung, mit denen die Betreuung durch die wirtschaftsnahen Forschungseinrichtungen finanziert wird. In den ersten drei Runden wurden insgesamt 21 Projekte mit 1,67 Millionen Euro gefördert.

Die 5. Runde von „Get started 2gether“ findet im zweiten Quartal 2022 statt.

Pressemitteilung des TITK vom 10.09.2021.