Im November wurden drei wissenschaftliche Nachwuchskräfte für ihre Abschlussarbeiten am Kunststoff-Zentrum SKZ ausgezeichnet. Die Auszeichnungen der Arbeiten sind ein Beleg für die erfolgreiche Nachwuchsarbeit sowie für die Innovationskraft des SKZ.

Selbstschmierende Kunststoffe: „DKB-VIU-Nachwuchsforscherpreis“ für Moritz Grünewald

Die Deutsche Kreditbank AG (DKB AG) und der Verband Innovativer Unternehmen e. V. (VIU) prämierten Moritz Grünewald (26) für seine Masterarbeit mit dem „DKB-VIU-Nachwuchsforscherpreis“. Grünewald entwickelte während der Masterarbeit selbstschmierende Kunststoffe. Dazu wurden Schmieröltröpfchen verkapselt und dem Kunststoff als Pulver beigemischt. Sobald Reibungskräfte am Bauteil wirken, wird die Kapselwand aufgebrochen und das Schmiermittel wird bedarfsgerecht freigesetzt – genau dann und an dem Ort wo es gebraucht wird. Untersuchungen zeigten, dass mit dem neuem Material Reibung und Verschleiß um bis zu 80 Prozent reduziert werden können. „Das innovative System kann einen entscheidenden Anteil zur Herstellung energieeffizienter und langlebiger Produkte beitragen und beispielsweise in Kunststoffzahnrädern oder Kugellagern zur Anwendung kommen“, so Dr. Michael Bosse, Gruppenleiter der Materialentwicklung am SKZ. Zudem bietet die Verschleißreduktion die Möglichkeit, Mikroplastik zu minimieren. Die Masterarbeit wurde im Rahmen eines vorwettbewerblichen Forschungsprojektes in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IAP und zahlreichen Industriepartnern durchgeführt. Das Nachfolgeprojekt wird von Grünewald, mittlerweile wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Materialentwicklung am SKZ ist, geleitet.

Qualitätssteigerung von Post-Consumer-Rezyklaten: „REHAU Preis Technik 2021“ für Rebecca Wolff, Kategorie Sonderpreis

Für die Untersuchung geeigneter Methoden zur Qualitätssteigerung von Post-Consumer-Rezyklaten erhält Rebecca Wolff (26) den „REHAU Preis Technik 2021“ in der Kategorie Sonderpreis. In ihrer prämierten Masterarbeit mit dem Titel „Herstellung hochwertiger Rezyklate aus Post-Consumer Kunststoffen“ beschäftigte sie sich insbesondere mit der Entfernung von festen Fremdstoffen durch CO2 gestützte Filtration und der Extraktion geruchsbildender Substanzen über die Schleppmittelentgasung ebenfalls mit CO2 und Wasser. „Während der Arbeit konnte gezeigt werden, dass mithilfe dieser Methoden die Qualität des Recyclingmaterials bei der Aufbereitung auf dem Doppelschneckenextruder in Kombination mit geeigneten Prozessparametern effektiv verbessert werden kann“, so Johannes Rudloff, Gruppenleiter Compoundieren und Extrudieren am SKZ. „Damit schuf Rebecca Wolff mit ihren Forschungsergebnissen eine direkt in die Industrie übertragbare, fundierte wissenschaftliche Ausgangsbasis, die Anwendungsfelder für Post-Consumer-Rezyklate zu erweitern und hoffentlich deren vermehrten Einsatz voranzutreiben.“ Die Masterarbeit von Rebecca Wolff wurde im Zuge eine Forschungsprojektes im Rahmen des Programms KMU-innovativ (gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) am SKZ durchgeführt und wissenschaftlich durch die technische Hochschule Nürnberg betreut.
 
Beschleunigten Ermittlung der Spannungsrelaxation bei Thermoplasten: „REHAU Preis Technik 2021“ für Linda Phetsananh, Kategorie Bachelorarbeit

Linda Phetsananh (26) gewinnt den „REHAU Preis Technik 2021“ in der Kategorie Bachelorarbeit für ihre Arbeit: „Methodenentwicklung zur beschleunigten Ermittlung von Spannungsrelaxation bei Thermoplasten unter statischer Langzeitbelastung“. Phetsananh studiert an der Hochschule Darmstadt Kunststofftechnik. Am SKZ hat Sie im Jahr 2020 in der Forschergruppe Bauteileigenschaften zunächst eine berufspraktische Phase absolviert und anschließend ihre Bachelorarbeit verfasst, welche von der Hochschule Darmstadt mit der Note 1,0 bewertet wurde. In ihrer Arbeit konnte Phetsananh den Grundstein für eine innovative Methode zur zeitraffenden Bestimmung der Spannungsrelaxation von Thermoplasten und somit zur Langzeitauslegung von Kunststoffbauteilen legen. Mit dieser ist es erstmals möglich, das Relaxationsverhalten von Kunststoffen bis zu rund 100 Jahre in nur ca. drei bis vier Tagen vorherzusagen.

Pressemitteilung des SKZ vom 02.12.2021.