Die RWTH Aachen, das Forschungszentrum Jülich und die AMO GmbH schließen sich mit zahlreichen Unternehmen und Start-ups aus der Region zusammen, um die technologischen Grundlagen für die zukünftige europäische KI-Hardware zu schaffen. 

Computer-Hardware stößt zunehmend an ihre Grenzen –  vor allem, wenn es um Anwendungen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) geht.  Hilfe bringen innovative Hardwarekonzepte wie die sogenannten neuromorphen Systeme. Den beiden Grundbausteinen des Gehirns – Neuronen und Synapsen – nachempfunden, können sie als leistungsstarke und gleichermaßen ressourcenschonende Hardware der Zukunft dienen.

Das Zukunftscluster „NeuroSys – Neuromorphe Hardware für Anwendungen der künstlichen Intelligenz“ wird hierzu forschen. Es will durch den Transfer der exzellenten Grundlagenforschung aus der RWTH Aachen und dem Forschungszentrum Jülich hin zu neuromorphen Bauelementen und Algorithmen eine tragfähige Technologiebasis entwickeln, die insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz Anwendung findet. NeuroSys wird mit 45 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Initiative "Cluster4Future" gefördert, die zur Hightech-Strategie 2025 der deutschen Bundesregierung beiträgt.

„Unsere Vision ist, den Standort Aachen-Jülich weltweit führend im Gebiet des Neuromorphic Computing für Forschung, Entwicklung und Anwendung auszubauen. NeuroSys ist eine große Chance für unsere Region und den Strukturwandel des Rheinischen Reviers. Wir werden exzellente Wissenschaft in Unternehmen und Start-ups vor Ort transferieren”, sagt der Koordinator des Zukunftsclusters, Professor Max Lemme, Leiter des Lehrstuhls für Elektronische Bauelemente der RWTH Aachen und wissenschaftlicher Geschäftsführer der AMO GmbH. „Wir wollen ein vollständiges Ökosystem entwickeln: von der Materialwissenschaft bis hin zu dedizierter Software, welche die Leistungsfähigkeit der neuen Technologie demonstriert. Diese Entwicklung wird durch die Thematisierung der entscheidenden ethischen und sozioökonomischen Fragen im Zusammenhang mit KI begleitet. Künstliche Intelligenz muss sich an europäischen Werten orientieren, Sicherheit, Datenschutz und Souveränität müssen bereits durch das Design gewährleistet sein.“

KI ist eine Schlüsseltechnologie der Zukunft und wird ein Baustein für die nächste Stufe der globalen Entwicklung sein - nicht nur in Bezug auf das Wirtschaftswachstum, sondern auch für die Bewältigung großer gesellschaftlicher Herausforderungen wie Klimawandel, Gesundheit, Arbeit und Mobilität. Der Paradigmenwechsel vom konventionellen zum neuromorphen Computing bietet die Chance, die technologische Unabhängigkeit Europas in diesem ethisch und wirtschaftlich sensiblen Bereich zu erreichen.

Akteure im Zukunftscluster sind die RWTH Aachen, das Forschungszentrum Jülich, die AMO GmbH, die IHK Aachen sowie die Unternehmen AixACCT Systems GmbH, AIXTRON SE, AppTek GmbH, ELMOS Semiconductor SE, RWTH Innovation GmbH und STAR Healthcare sowie die Start-ups AiXscale Photonics UG, Black Semiconductor GmbH, Clinomic GmbH und Gremse-IT GmbH. Das virtuelle Kick-off-Meeting findet mit allen Beteiligten am 7. Februar 2022 statt.

Pressemitteilung der AMO vom 07.02.2022.