Solare Wärme – innovativ im Haus verteilt und gespeichert – sorgt für höheren Ertrag und sinkende Kosten

Dank der Kraft der Sonne kann sich Deutschland umweltfreundlich und günstig mit Strom und Wärme versorgen. Mit der richtigen Technik wird die Sonne immer höhere Anteile unseres Energiebedarfs decken. Wie solare Wärme noch günstiger und effizienter eingesetzt werden kann als es bisher schon geschieht, hat das Institut für Solarenergieforschung (ISFH) aus Hameln bei Hannover mit einem neuen, innovativen Konzept für ein Sonnenhaus erfolgreich erprobt.

Wie das ISFH erklärt, konnten an einem Testgebäude in Hannover in den ersten zwei Jahren Praxisbetrieb im Durchschnitt über 40 Prozent des Raumwärmebedarfs direkt durch eine solarthermische Bauteilaktivierung gedeckt werden. Während bei bisherigen Sonnenhäusern in der Regel ein großer Behälter benötigt wird, um die auf dem Dach in Kollektoren gewonnene Wärme zu speichern, nutzt das Konzept des ISFH die Geschossdecken als Speicher und Wärmeverteilsystem. Dafür werden beim Bau Kunststoffrohre in die Stahlbetonplatten eingebracht, die im Betrieb für eine smarte Verteilung der Wärme sorgen und die Masse der Bauteile als Speicher erschließen.

Geschossdecken als Speicher
Das System wird durch einen kleinen Wärmespeicher im Heizungsraum ergänzt. Das umweltfreundlich beheizte Haus wird zum Sonnenhaus. Darunter versteht man Gebäude, die mindestens 50 Prozent ihres Wärmebedarfs von der Sonne beziehen, einen Wert, den das neue Sonnenhaus mit Bauteilaktivierung und Speicher bequem erreicht.

Die geringen Betriebstemperaturen der Bauteilaktivierung erlauben laut ISFH besonders im Winter eine Erhöhung des solarthermischen Ertrags um rund 20 Prozent gegenüber einem klassischen Sonnenhaus. Das neue Konzept ist nach Berechnungen des Projektpartners, der HELMA Eigenheimbau AG, bis zu 35 Prozent günstiger als bisherige Sonnenhäuser, da sowohl die Betriebs- als auch die Investitionskosten des neuen Gebäudekonzepts geringer ausfallen. Zur Ergänzung der Wärmeversorgung durch Solarthermie bietet sich eine Wärmepumpe an. Die vollständige Wärmeversorgung des Gebäudes kommt laut ISFH mit weniger als 8 Kilowattstunden (kWh) Strom pro Quadratmeter Gebäudenutzfläche und Jahr aus.

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