Technologische Basis für Ebola-Schnelltest in Bad Langensalza entwickelt

In der modernen Medizintechnik sind kleine, tragbare Geräte für eine schnelle Vor-Ort-Analytik ein Trend, mit dem sich mögliche logistische und technische Probleme einer zentralisierten Diagnostik vermeiden lassen.

Mit Expertise auf diesem auch als “Point of Care”-Testsysteme bekannten Gebiet hat sich die fzmb GmbH - Forschungszentrum für Medizintechnik und Biotechnologie in Bad Langensalza einen Namen gemacht.

Aufbauend auf ihren Kompetenzen auf dem Gebiet der in vitro-Diagnostika entwickelte das Forschungszentrum die technologische Basis für einen Ebola-Schnelltest.

Personen, die sich mit dem hoch ansteckenden Virus infizieren, können mit dem Schnelltest unverzüglich erkannt und entsprechend isoliert werden. Somit wird eine weitere Ausbreitung des Erregers vermieden.

Sollte es abermals zu einem Ausbruch von Ebola kommen, kann die Virus-Verbreitung durch den Einsatz des Schnelltests laut Einschätzung der fzmb GmbH in Zukunft deutlich reduziert werden. Bei der Ebola-Epidemie in Westafrika waren 2014 mehr als 11.000 Todesopfer zu beklagen.

Test reagiert nach wenigen Minuten
Der Schnelltest wurde in Kooperation mit dem in Weimar ansässigen Diagnostik-Unternehmen Senova zur Marktreife gebracht und wird auch dort produziert. Derartige Assays sind als kostengünstige und anwenderfreundliche Teststreifen bekannt. Bereits nach wenigen Minuten reagiert der Test, der sowohl mit Blut als auch mit Speichel durchgeführt werden kann, auf spezifische Oberflächenproteine des Virus.

Ist der Test positiv, dann liegt dem fzmb zufolge mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 98 % eine Ebola-Erkrankung vor. Die Entwicklung derartiger dezentraler Testkonzepte, entsprechender Geräte und Testkits für den Einsatz in der Human- und Veterinärmedizin ist ein Schwerpunkt des Forschungszentrums aus Bad Langensalza.

Das fzmb ist Mitglied in der Zuse-Gemeinschaft, einem Zusammenschluss von mehr als 70 privatwirtschaftlich organisierten Forschungseinrichtungen.

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