Die Digitalisierung führt zu einschneidenden Veränderungen bei Betriebs- und Arbeitsabläufen. Dass dieser Wandel viele Chancen für hochwertige und interessante Arbeitsplätze ebenso wie für benachteiligte Gruppen bietet, zeigt ein Beispiel aus Hameln in Niedersachen.

 

Hier hat ein Projekt der Schubs GmbH in Kooperation mit dem Institut für Integrierte Produktion gGmbH (IPH) Arbeitsplätze für Menschen geschaffen, die es normalerweise schwer haben, im Berufsleben Fuß zu fassen. Bei Schubs montieren Menschen mit Behinderung Schaltschränke. Ein digitaler Assistent leitet sie dabei an und projiziert jedes Bauteil dorthin, wo es festgeschraubt werden muss.

Komplizierte Aufbaupläne und gedruckte Stücklisten sind für das Projekt bei Schubs daher nicht mehr nötig. Ein Beamer projiziert den Bauplan direkt auf die Montageplatte des Schaltschranks. Der Werker nimmt sich ein Bauteil, hält es unter einen Scanner – und schon wird direkt im Schrank die Stelle angezeigt, an der er es befestigen muss. Für diese Arbeit sind weder technische Vorkenntnisse nötig noch eine lange Einarbeitung, ja nicht einmal Deutschkenntnisse.

Die Mitarbeiter müssen keine Stücklisten mehr vergleichen und abhaken – das übernimmt der digitale Assistent. Der Computer erkennt auch, wenn ein Bauteil fehlt oder der Werker ein falsches Teil nimmt, das nicht in den Schaltschrank gehört. Fehler werden dadurch fast ausgeschlossen. So können auch ungelernte Arbeiter Schaltschränke montieren.

Bei der Entwicklung erhielt Schubs Unterstützung von „Mit uns digital!", dem Industrie-4.0-Kompetenzzentrum für Niedersachsen und Bremen. IPH-Ingenieure entwickelten für Schubs einen Softwaredemonstrator, der sich intuitiv bedienen lässt, und stellten die Hardware zusammen. Sie besteht aus einem Computer mit Touch-Bildschirm, einem Scanner und einem Beamer samt Haltevorrichtung – mehr braucht es nicht für den digitalen Assistenten.

Das digitale Assistenzsystem entlastet zudem die Elektrofachkräfte, deren Arbeitskraft an anderer Stelle dringend benötigt wird. Bei Schubs schafft die Digitalisierung also zum einen Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung und federt zum anderen den Fachkräftemangel ab, damit das Unternehmen auch in Zukunft wachsen kann.

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