Magdeburger ifak-Institut entwickelt mit Partnern Informationstechnologie für den Straßenverkehr:

Im Notfall muss es schnell gehen: Doch Sicherheits- und Rettungsfahrzeuge kommen in Deutschlands Städten häufig nicht so zügig ans Ziel, wie es notwendig wäre. Das liegt meist an dichtem Verkehr oder Baustellen. Künftig sollen Rettungsfahrzeuge sicherer und schneller zum Ziel gelangen.
 
Das Institut für Automation und Kommunikation (ifak) aus Magdeburg arbeitet dafür mit mehreren Partnern an Lösungen, die Einsatzfahrzeuge mit Ampeln vernetzen und die Routenplanung verbessern.

Das funktioniert mit einer Kombination verschiedener Instrumente, darunter ein Navigationssystem speziell für Einsatzfahrzeuge. Es kann schnell reagieren, wenn sich die Verkehrslage kurzfristig ändert. Dann schlagen die Retter eine neue Route zum Zielort ein. Zum anderen arbeitet das Projektkonsortium an einem neuen Programm für Ampelanlagen. An ihnen sollen Polizei und Feuerwehr im Einsatz Grün anfordern können. Solche Programme gibt es bislang schon für Straßenbahnen, sie sind auf Straßenfahrzeuge aber nicht ohne weiteres übertragbar.

Schnelles Navi vernetzt mit Car to X
Gelingen soll der Rollout der neuen Informationstechnologie für die Retter mit sogenannten Car to X-Technologien. Mit ihnen können Fahrzeuge untereinander Daten austauschen. Im Projekt geschieht dies über einen neuen WLAN-Standard und Mobilfunk. Das X im Car to X weist darauf hin, dass nicht nur Autos, sondern auch andere Objekte, z. B. Ampeln, am Informationsaustausch teilhaben. Ziel des neuen Projekts ist es, die Programme der Navigationsgeräte und die Ampelfernschalt-Technologie zusammenzuschalten. Dafür müssen verschiedene Standards miteinander harmonieren, klassische Mobilfunkstandards und die Car to X-Technologie.

Die Kunst besteht darin, dass die Fahrzeuge immer flexibler in der Routenplanung werden und gleichzeitig verlässlich kommunizieren. Für die Zukunft des Autoverkehrs, der künftig zunehmend automatisiert und in ferner Zukunft autonom ablaufen soll, wären Polizei und Feuerwehr dem Tross der übrigen 40 Millionen Pkw auf Deutschlands Straßen damit ein paar Hecklängen voraus.

In dem Projekt kooperieren die ifak-Wissenschaftler aus dem Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien sowie Automation mit Experten aus dem Bereich Verkehr und Assistenz. Getestet werden soll das von den Projektpartnern entwickelte System in Magdeburg und Braunschweig. Gefördert wird das vom ifak koordinierte Projekt vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Das ifak ist Mitglied in der Zuse-Gemeinschaft, einem Zusammenschluss von mehr als 70 privatwirtschaftlich organisierten Forschungseinrichtungen.