Erstmals ist Laserstrahlschweißen mit Orbitaltechnik auf der Baustelle im freien Gelände gelungen: Für die Energieversorgung Europas bleibt Erdgas ein wichtiger Bestandteil. Während Deutschland für den Rohstoff auf Importe angewiesen ist, kommt Hochtechnologie für die Netz-Infrastruktur aus dem eigenen Land, so für das Schweißen von Pipelines.

Mit Hilfe einer an der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt Halle (SLV Halle) entwickelten Technik wurde erstmals beim Verlegen einer Ferngasleitung das Laserstrahl-Orbitalschweißen auf der Baustelle eingesetzt. Mit Orbitalschweißen wird das automatisierte Schweißen mit umlaufendem Brenner am Rohr bezeichnet.

An einem 1,1 km langen Abschnitt wurden ca. 60 Rohre mit dem neuen Verfahren verschweißt. Die beschwerliche Arbeit musste daher nicht Handschweißer erledigen, sondern die Orbitaltechnik mit Laserstrahlschweißen. Auf dem schwierigen Terrain einer Baustelle stellt diese Technik besondere Anforderungen an Forscher, Ingenieure und Arbeiter.

Die mit der Technik aus Halle verlegte Pipeline liegt in der Nähe von Greifswald. Es handelt sich um eine Gashochdruckleitung, die inzwischen seit fast zwei Jahren in Betrieb ist. Die anspruchsvolle Technik mit Laserkopf war zuvor bislang allenfalls unter bestimmten Bedingungen zum Einsatz gekommen, nicht aber im erdverlegten Pipelinebau.

Schweißnaht in einer Lage
Wie die SLV Halle erläutert, bestand einer der Schwerpunkte der vorausgegangenen Entwicklungsarbeiten darin, eine baustellentaugliche Anlagentechnik zu konfigurieren. Bei einer Schweißzeit von zirka 70 Sekunden wird die vollständige Schweißnaht in nur einer Lage hergestellt. Die nach jeder durchgeführten Schweißung erfolgte zerstörungsfreie Prüfung bestätigte eine einwandfreie Qualität der Verbindungen, womit diese den Anforderungen der geltenden Regelwerke vollständig gerecht werde. Die Technik wird derzeit an der SLV Halle weiter entwickelt. Ziel ist es, eine gerätetechnische Lösung zum Laserstrahlschweißen von Rohrverbindungen mit integrierten Prüf- und Prozessüberwachungseinrichtungen zu schaffen. Diese soll eine Qualitätsprüfung direkt im Anschluss an die Schweißung gestatten. Davon verspricht sich die SLV  Halle eine noch höhere Wirtschaftlichkeit des Verfahrens.

Die SLV Halle GmbH ist Gründungsmitglied in der Zuse-Gemeinschaft, einem Zusammenschluss von mehr als 70 privatwirtschaftlich organisierten Forschungseinrichtungen.

Weblink: https://www.slv-halle.de/