Wie ein neuer Sensor am Melkstand merkt, wann es an der Zitze Zeit für den Gummi-Wechsel ist:

 

Das Melken von Hand ist auf deutschen Bauernhöfen lange passé. Wenn Morgen für Morgen und Abend für Abend das Melkzeug an Deutschlands Kühe kommt, so pumpt es Milch für Müsli und Käse aus mehr als vier Millionen Eutern und über 16 Millionen Zitzen. Einziges direktes Kontaktstück zwischen Tier und Technik: Das Zitzengummi, das mit seinem Pulsieren für den Abfluss der Milch aus dem Euter sorgt.

Bislang erfolgten laut Angaben der Frankenförder Forschungsgesellschaft aus Luckenwalde die Druckänderungen bei den Melkpulsen trotz altersbedingter Veränderungen der Zitzengummis mit immer gleich bleibenden Werten. Das führt bei alten Zitzengummis zu einer unnötigen Druckbelastung der Zitzen.

Wie es um die Qualität dieser wichtigen Komponente am Melkzeug bestellt ist, darüber kann jetzt ein neu entwickelter Sensor zuverlässig Auskunft geben, der im Rahmen eines vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Projektes entwickelt wurde, an dem auch die Frankenförder Forschungsgesellschaft beteiligt war. Der von den Forschern erfundene Sensor ist im Melkbecher angebracht und erfasst dort den Zustand der Zitzengummis. Sobald sich das Zitzengummi schließt, wird über ein Signal des Sensors ein Ventil geschlossen, was einen weiteren Druckanstieg verhindert. Das schont das Euter.

 Materialveränderungen auf der Spur
Der neue Sensor, in dem von mehreren Kooperationspartnern getragenen Projekt maßgeblich entwickelt von der Firma SectorCon, erfasst nun den tatsächlichen Zustand der Zitzengummis. „Die Alterung von Zitzengummis und die damit einhergehenden Materialveränderungen finden laut Untersuchungen bereits in der ersten Nutzungsphase, lange vor dem vom Hersteller angegebenen Ende der Nutzungszeit statt“, erläutert Doreen Sparborth, Geschäftsführerin der Frankenförder Forschungsgesellschaft. In dieser Phase ver¬ringere sich z. B. der Widerstand gegenüber Verformung hochsignifikant und auch die ehemals runde Form der Zitzengummis sei schon nach kurzer Gebrauchszeit in eine dauerhaft ovale Verformung übergegangen. „Mit dem neuen Sensor lässt sich erreichen, dass die Melkung schnell und schonend ablaufen kann, und zwar kontinuierlich“, so Doreen Sparborth. Die Entwicklung aus Brandenburg trägt damit zum Kuh-Komfort ebenso bei wie zur Sicherung eines hohen Verbraucherschutzniveaus.

Die Frankenförder Forschungsgesellschaft mbH ist Mitglied in der Zuse-Gemeinschaft, einem Zusammenschluss von mehr als 70 privatwirtschaftlich organisierten Forschungseinrichtungen.

Weblink: http://www.frankenfoerder-fg.de/