Das Center for Applied Energy Research e.V. (CAE) ist ein wichtiger zentraler Bestandteil eines europäischen Forschungsprojekts, dessen Fokus auf der Integration der Festoxid-Elektrolyseur-Technologie (SOEC) in energieintensive Industrien liegt. Dabei geht es nicht nur um die Wasserstoffproduktion selbst, sondern auch um das Zusammenspiel von erneuerbarem Strom, industrieller Abwärme, Dampferzeugung und digitaler Betriebsführung. Das Projekt wird von der EU mit rund 7.7 Mio. Euro gefördert.
Die EU hat sich das Ziel gesetzt, Europa bis 2050 klimaneutral zu machen. Dafür müssen besonders energieintensive Industrien neue Wege finden, um ihre Prozesse Schritt für Schritt zu dekarbonisieren. Energieintensive Industrien wie der Keramik- und Glassektor sind für einen erheblichen Teil des industriellen Energieverbrauchs und der CO₂-Emissionen in Europa verantwortlich. Die Dekarbonisierung dieser Sektoren ist daher wichtig, um die Klima- und Wettbewerbsziele der Europäischen Union zu erreichen. Während die Elektrifizierung eine Schlüsselrolle spielen wird, sind zusätzliche Lösungen erforderlich, um industrielle Hochtemperaturprozesse zu dekarbonisieren, bei denen eine direkte Elektrifizierung weiterhin schwierig ist.
Hier setzt das Horizon-Europe-Projekt INDTEGRATE an. Das Projekt wurde offiziell am 1. Juni 2026 gestartet und bringt Industrieunternehmen, Technologieentwickler, Forschungsorganisationen, Universitäten und Innovationsexperten aus mehreren europäischen Ländern zusammen. Ziel ist es, die Integration von Festoxid-Elektrolyseur-Technologie (SOEC) in energieintensive Industrien voranzubringen. Dabei geht es nicht nur um die Wasserstoffproduktion selbst, sondern auch um das Zusammenspiel von erneuerbarem Strom, industrieller Abwärme, Dampferzeugung und digitaler Betriebsführung.
Das CAE trägt an zentraler Stelle dazu bei, diese Integration systematisch zu modellieren und zu evaluieren. Dabei fließen die Erfahrungen der Arbeitsgruppen Advanced Thermal Management sowie Energiesystemmanagement und Technologieintegration zusammen. Das CAE betrachtet sowohl die thermische Einbindung des SOEC-Systems als auch die techno-ökonomische Optimierung im Rahmen eines ganzheitlichen Energiemanagements. Ergänzend wird die Nachhaltigkeit des Systems unter theoretischen und realen Einsatzbedingungen bewertet. Ein wichtiger Schwerpunkt ist dabei die Nutzung realer Betriebsdaten aus den Demonstrationsanlagen, um Modelle zu prüfen und weiterzuentwickeln.
Auf dieser Grundlage entwickelt und validiert INDTEGRATE ein modulares 220-kW-SOEC-System in laufenden Industrieanlagen. Dabei wird geprüft, wie das System technisch funktioniert, wie flexibel es betrieben werden kann und unter welchen Bedingungen es wirtschaftlich sinnvoll ist. Gleichzeitig wird die breitere Einführung von Wasserstofftechnologien durch die Einbindung von Interessengruppen und einen Fahrplan für die Replikation gefördert.
Das nun vom Projektkoordinator KERIONICS S.L. (Spanien) ausgerichtete Kick-off-Meeting markierte den offiziellen Start von INDTEGRATE zum 1. Juni 2026 und brachte Vertreter aller 12 Partnerorganisationen zusammen, um eine gemeinsame Vision und Umsetzungsstrategie für die nächsten drei Jahre festzulegen. Das Projekt wird von der EU mit rund 7,7 Mio. Euro gefördert, dabei entfällt ein Förderanteil von rund 1,2 Mio Euro an den einzigen deutschen Partner, dem CAE.
Presssemitteilung des CAE vom 16.06.2026.