Erfolgsgeschichten

Die fzmb GmbH - Forschungszentrum für Medizintechnik und Biotechnologie im thüringischen Bad Langensalza hat ein Messgerät entwickelt, das in der Lage ist die Nährwertangaben von Fleisch, Wurst, Käse und vielen anderen Lebensmitteln innerhalb von wenigen Sekunden zu bestimmen.

Das nur 5 kg schwere und 30 cm hohe Gerät trägt den Namen „mylab“. Für die Analyse sind keine Chemikalien notwendig: einfach das Produkt auf das Gerät legen, „Messen“ drücken und Sekunden später wird das Ergebnis für den Gehalt an Fett, Protein, Wasser und 18 weiteren Inhaltsstoffen angezeigt. Das Gerät „mylab“ wird von den Lebensmittelherstellern zur Überwachung der Produktionsprozesse sowie für die Eingangskontrolle der Rohstoffe und die Ausgangskontrolle der Waren genutzt. Das Gerät ist bereits am Markt verfügbar und  besonders für die Qualitätskontrolle kleiner und mittelständischer Lebensmittelproduzenten attraktiv.

Die fzmb GmbH nutzt für „mylab“ das Messprinzip der Nahinfrarot-Spektroskopie. Dabei werden die Bestandteile der Probe durch ihren Gehalt an charakteristischen Molekülgruppen ermittelt. Die Schwingungen dieser Molekülgruppen absorbieren bestimmte Anteile der auf die Probe treffenden Infrarotstrahlung. Die reflektierte Strahlung erlaubt dann sofort Rückschlüsse auf die chemische Zusammensetzung. Mit Hilfe statistischer Verfahren und Algorithmen auf Basis künstlicher Intelligenz wird dieser Zusammenhang modelliert und ausgewertet. Für exakte Bestimmungen wurden vorher Datensätze mit bekanntem Gehalt des jeweiligen Lebensmittels im fzmb-eigenen akkreditierten Lebensmitteluntersuchungslabor erstellt. Mit den von den Experten erarbeitetenModellen wird die Gerätesoftware für jeden Kunden und für jedes seiner Produkte individuell angepasst. Für den Kunden einzigartig ist, dass die Anwendersoftware nach Bedarf um andere Produktgruppen erweitert werden kann, um künftigen Qualitätsansprüchen gerecht zu werden.

In der lebensmittelverarbeitenden Industrie besteht große Nachfrage nach mikrobiologischen Schnellanalysen zur Abschätzung der Haltbarkeitsdauer. Daher untersucht die fzmb GmbH aktuell, ob das Gerät „mylab“ künftig auch für diese Fragestellungen der Lebensmittelsicherheit eingesetzt werden kann. Eine erste Studie hat gezeigt, dass ein Zusammenhang zwischen der Lagerungsdauer und den spektralen Probeneigenschaften besteht. Aktuell laufen weitere Untersuchungen unter Einbeziehung verschiedenster Lebensmittelproben. Die Ergebnisse legen nahe, dass eine schnelle Bestimmung der Gesamtkeimzahl in Lebensmitteln über die Technik der Nahinfrarot-Spektroskopie möglich ist, so dass „mylab“ nach Einschätzung des fzmb in Zukunft sicher auch für diese Anwendungen nutzbar sein wird.

 fzmb Spektrum mylab online

Spektren geben Auskunft über die Nährwertkonzentration von Lebensmitteln. Bildquelle: fzmb

 

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