Update Forschungspolitik

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

in der Politik ist manchmal viel von Personen die Rede und erst in zweiter Linie von Inhalten. Menschen faszinieren. Deshalb schauen wir auf die innovationspolitischen Köpfe im Bundestag. Wer hat sich für die Wahlen im Herbst in welche Position gebracht? Und welche Abgeordneten treten nicht wieder an? Damit sind auch Inhalte verbunden. Im forschungspolitischen Update bieten wir einen ersten Überblick.

Die scheidende Regierung hatte sich in ihrem Koalitionsvertrag 2018 auf die steuerliche Forschungsförderung ebenso wie auf die Fortführung zentraler Forschungsprogramme für Innovationen im Mittelstand verständigt. Ersteres ist umgesetzt, letzteres zum Teil noch in Arbeit. Damit fällt die Neufassung von Förderregeln nun just in eine Zeit, da es an die Überwindung wirtschaftlicher Folgen der Pandemie geht. Ein möglichst nahtloser Übergang in der Projektförderung ist für Forschungsinstitute und Mittelstand essentiell, um die Krise hinter sich zu lassen.

Solch Projektförderung bietet für den Mittelstand nicht nur Technologie- sondern auch Wissenstransfer. DIW-Wissenschaftlerin Heike Belitz erläutert in dieser Ausgabe, dass Beratung für KMU hier eine wichtige Komponente sein kann. Wie eng Technologie- und Wissenstransfer auch in Europa verknüpft sind, zeigen wir im „Dreh mit dem Garn“ des Cetex-Instituts.

Wissenstransfer findet an Instituten der Zuse-Gemeinschaft nicht nur in Forschungsprojekten, sondern auch in Hunderten Schulungen, Konferenzen und Fortbildungen für Unternehmen und Wissenschaft statt.  Mehr dazu finden Sie im Veranstaltungskalender. Trotz des erfolgreichen Umstiegs auf digitale Formate sind hier durch die Pandemie Lücken gerissen, die es schnell wieder zu schließen gilt. Denn (Weiter)Bildung als Investition in die Köpfe wird im digitalen Zeitalter immer wichtiger. Zu denken gibt daher unsere Zahl des Monats, die ein Schlaglicht auf die Vielfalt der Weiterbildung in Deutschland wirft. Laut einem neuen Deutschland-Bericht der OECD kann diese Vielfalt - da zuweilen schwer durchschaubar - auch ein Nachteil sein.

Mit welchem Wissen und welchen Werten unsere Institute punkten können, zeigt nicht zuletzt das Medienecho auf deren Arbeit, so in der Rubrik „Die Zuse-Gemeinschaft in den Medien“. Es ist kein Zufall, dass dort viel vom Klima die Rede ist. Denn dieses Mega-Thema bewegt die Forschung in der Zuse-Gemeinschaft. Nicht erst seit Inhalten, die letzte Woche das Bundesverfassungsgericht lieferte.

Ich wünsche Ihnen eine bereichernde Lektüre!

Ihr
Martin Bastian
Präsident der Zuse-Gemeinschaft

Dieser Artikel erschien zuerst in den ZUSE TRANSFERNEWS 03/2021.