Update Forschungspolitik

„Nur der Umstand, dass ich nichts von Rechenmaschinen verstand, half mir, völlig neue Wege zu gehen.“ Das sagte Konrad Zuse, seines Zeichens Bauingenieur und Erfinder des ersten frei programmierbaren Computers, auch Z3 genannt. Ein Lob des unverstellten Blicks auf technische Fragen, der zu Sprunginnovationen führen kann. Und ein erfrischendes Statement angesichts mancher in der deutschen FuE-Debatte kursierenden Begrifflichkeiten zum Thema Transfer und Innovation. Im Mai jährt sich die Premiere der Z3 zum 80. Mal. Wie es mit dem forschenden Unternehmer und unserem Namensgeber weiterging, weiß sein wenige Jahre später geborener ältester Sohn Horst Zuse, selbst Informatiker, in dieser Ausgabe der ZUSE TRANSFERNEWS im Interview zu berichten.

Ein frühes Anwendungsfeld für Zuses spätere Computer war übrigens die Landwirtschaft, wo sich die Rechner z.B. für Planungen der Flurbereinigung eigneten. Welche digitale Aufgaben der Ackerbau in Zeiten von Agrar-Drohnen, Präzisions-Farming und nachhaltiger Landwirtschaft zu lösen hat und wo Grenzen der Digitalisierung liegen könnten, erklärt im neuen Forscherporträt Andreas Muskolus. Er kommt von einem der rd. 20 Institute in unserem Cluster Bioökonomie, der sich nun auch per Infografik präsentiert.

Verbunden ist die Forschung zur Bioökonomie mit dem Streben nach Kreislaufwirtschaft und mehr Umweltschutz. Wie das in einem Spezialgebiet des Leichtbaus geht, erklärt unsere neue Erfolgsgeschichte. Sie kommt aus Baden-Württemberg und weist auf Aktivitäten in der Zuse-Gemeinschaft über Institutsgrenzen hinaus, im gelingenden Transfer mit Unternehmen.

Digitale Werkzeuge sind zur Erreichung solcher Umweltziele zur Kreislaufwirtschaft häufig Kernbestandteil. Mit digitalem Schwung starten in diesem Frühjahr auch unsere Werkstattgespräche, die 2020 eine Pause einlegen mussten. Im April diskutieren wir die Digitalisierung in der Industrie mit Fachleuten aus IT- und Stahlbranche unter unserem digitalen Dach. Und hoffen, dieses im Lauf des Jahres durch die persönliche Begegnung mit Ihnen zu komplettieren.

Ihr
Alexander Knebel
Pressesprecher

Dieses Editorial erschien am 3.3.2021 in den ZUSE TRANSFERNEWS 02/2021.