Update Forschungspolitik

Editorial der ZUSE TRANSFERNEWS 1/2020 von Prof. Martin Bastian

Liebe Leserinnen und Leser,

mehr Verlässlichkeit für hochwertige angewandte Forschung ist eines unserer Anliegen im Streben nach fairen Förderbedingungen. Wie sehr diese gebraucht wird, zeigen aktuell die schmerzhaften Kürzungen im Energieforschungsetat des Bundeswirtschaftsministeriums, die die angewandte Forschung treffen – und damit auch Institute der Zuse-Gemeinschaft. Zu welchen Leistungen unsere Institute nicht zuletzt in der Energieforschung indes fähig sind, veranschaulicht unsere Zahl des Monats – die Hoffnung auf sonnigere Tage macht.

Mehr Planungssicherheit für die angewandte Forschung würde ein eigener Haushaltstitel zugunsten der gemeinnützigen Industrieforschung bringen. Dass wir für diese Forderung zunehmend Unterstützung erhalten, zeigt das aktuelle Interview mit Yasmin Fahimi. Die SPD-Politikerin weiß um die Qualitäten des praxisnahen, erfolgreichen Forschungstransfers.

Wie diese Qualitäten im Zusammenspiel von Grundlagen- und angewandter Forschung zur Geltung kommen, erklärt Prof. Dr. Katja Schenke-Layland, Leiterin des NMI in Reutlingen, im Forscherinnen-Porträt. Zugleich gewährt sie Einblicke in ihr persönliches Forschungsfeld der Biomedizin. Arbeitsteilung und Wissenstransfer zwischen akademischen Disziplinen und über Regionen hinweg sind Teil ihrer erfolgreichen Forschung. Diese Erfahrung ist nicht auf die Gesundheitsforschung begrenzt. Vielmehr wird sie von Forschenden unseres Verbundes in anderen Branchen und Forschungsfeldern bundesweit geteilt.

Der erfolgreiche Brückenschlag über Fach-, Regions- und Ländergrenzen hinweg in unseren Instituten macht damit deutlich: Wir benötigen in Deutschland dringend ein bundesweit geltendes Förderprogramm für die gemeinnützigen Forschungsinstitute.

Ihr Martin Bastian
Präsident der Zuse-Gemeinschaft

Dieses Editorial erschien in den ZUSE TRANSFERNEWS 1/2020.