Update Forschungspolitik

Das Corona-Virus hat alle Bereiche des gesellschaft-lichen, politischen und wirtschaftlichen Lebens erfasst. Auch die Forschung sieht sich massiv betroffen.

Für staatlich geförderte Projekte hat die Bundesregie-rung an verschiedenen Stellen bereits reagiert. Wie das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) mitteilte, wurde die Mittelauszahlung für im Zentralen Innovationspro-gramm Mittelstand (ZIM) geförderte Projekte verein-facht. Ab sofort können die Mittel für vollständig abgeschlossene Monate einzeln angefordert werden. Mit dem verkürzten Abrechnungszeitraum soll die Liquidität der Forschungspartner unterstützt werden.

Die Zuse-Gemeinschaft setzt sich vor dem Hintergrund der aktuellen Krisenlage für weitere Erleichterungen bei Programmen wie ZIM und INNO-KOM ein, um die Liquidität zu stützen. Dies wäre auch weitestgehend kostenneutral für den Bund. Die Zuse-Gemeinschaft hat zudem Vorschläge für eine einmalige Fehlbedarfsfinan-zierung für die gemeinnützige Industrieforschung gemacht. Aufgrund der Gemeinnützigkeit und ihres Finanzierungsmodells können ihre Institute an den verabschiedeten Hilfsangeboten des Bundes nur ansatzweise teilhaben.

Länderprogramme gehen über Bund hinaus

Nachdem der Bundestag am 25. März das Hunderte Milliarden Euro schwere Hilfspaket zur Bewältigung der Corona-Krise verabschiedet hat, geht es für Betroffene nun darum, möglichst schnell an Zuschüsse und Kredite zu kommen. Wie groß der Bedarf ist, zeigt der Run auf ein neues KfW-Programm. In nur zwei Tagen haben Unternehmen laut KfW Kreditanträge über mehr als drei Milliarden Euro eingereicht.

Neben dem Bund haben viele Bundesländer eigene Hilfsprogramme aufgelegt. Einen guten Überblick mit vielen wichtigen Informationen zu Kriterien, Mittelvolumen und Ansprechpartnern bietet dazu die Deutsche Handwerks Zeitung (DHZ) in einem Beitrag. Einige Länder haben Hilfen aufgelegt, die über die des Bundes hinausgehen. So sind z.B. in Thüringen und Hessen Einmalzahlungen für Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten möglich, während im Bund nur Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten, gemessen in Vollzeitäquivalenten, solch einen Zuschuss beantragen können.

Nach der Krise schnell wieder auf die Beine kommen

Eine Schlüsselfrage für Unternehmen wie Forschungsinstitute wird ein möglichst schnelles und unbürokratisches Handeln sein – in einer Zeit, da viele Ansprechpartner in Behörden im Home Office sind. Denn der Faktor Zeit ist nicht nur für die Bekämpfung des Virus, sondern auch für die Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen entscheidend. Einige zentrale Fragen zu den Hilfszusagen des Bundes ebenso wie Fragen rund um Hilfsmittel des Staates beantwortet der DIHK in einer Übersicht.

Wie wichtig es ist, nach der Krise wieder schnell auf die Beine zu kommen, hatte in den vergangenen Tagen nicht zuletzt Lars Feld, Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung betont. Für diesen Aufschwung können die Institute der Zuse-Gemeinschaft mit ihren praxisnahen Innovationen eine wichtige Funktion übernehmen.

 Alexander Knebel, Pressesprecher

Dieser Beitrag erschien in den ZUSE TRANSFERNEWS 2/2020. Jetzt zu unserem kostenlosen Newsletter anmelden unter folgendem Link:
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