Update Forschungspolitik

Nach vorläufigen Zahlen der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) beliefen sich die FuE-Ausgaben staatlicher Stellen in Deutschland 2020 auf 36,6 Mrd Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von mehr als 8 Prozent. Im Vergleich zu 2012 ergibt sich ein Plus von mehr als 50 Prozent. Die FuE-Ausgaben der Wirtschaft, in erster Linie von Großunternehmen, waren in den vergangenen Jahren ebenfalls deutlich gestiegen, so dass der Anteil der Wirtschaft an Deutschlands FuE Aufwendungen über die Jahre sich stets bei gut zwei Dritteln bewegte, 2018 sogar knapp die 70-Prozent-Marke nahm. Hier hat es 2020 eine Delle gegeben.

Laut ersten Ergebnissen des von der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) der EU herausgegebenen Investment Scoreboards 2021 fuhren große Automobilkonzerne, die FuE in Deutschland traditionell dominieren, ihre Forschungsausgaben 2020 im Vergleich zum Vorjahr spürbar zurück. Das galt nicht zuletzt für Branchenprimus Volkswagen mit einem Minus der FuE Ausgaben von rund 3 Prozent auf 13,9 Mrd.Euro. Daimler reduzierte seine FuE-Ausgaben sogar um mehr als 12 Prozent auf 8,4 Mrd. Euro.

Ob starke Zuwächse bei Unternehmen aus Branchen wie Pharma, so bei Bayer und Boehringer Ingelheim dies unter dem Strich in der deutschen FuE-Bilanz wettmachen konnten, scheint zweifelhaft, zumal auch im Chemiebereich FuE Aufwendungen in Deutschland hie und da zurückgingen, so bei BASF gegenüber dem Vorjahr um mehr als 3 Prozent auf 2,1 Mrd. Euro.

Für 2021 zeichnet sich jedoch bereits eine deutliche Trendumkehr ab. Beispielsweise erhöhte Daimler seine FuE-Ausgaben im ersten Halbjahr 2021 laut Geschäftsbericht im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4 Prozent auf 4,78 Mrd. Euro, VW registrierte hier ein Plus von 16 Prozent auf 7,7 Mrd. Euro. Dennoch ist die FuE-Quote in der deutschen Automobilindustrie verglichen z.B. mit Pharma-Unternehmen vergleichsweise niedrig.

Das zeigt auch die Infografik der Zuse-Gemeinschaft "Kennzahlen der deutschen FuE-Top 10 im ersten Halbjahr 2021".

Stand: September 2021