Aus einem Kreis hochrangiger Anträge vergab der Trägerverein des Instituts für Holztechnologie Dresden im Rahmen der Veranstaltungen aus Anlass seines 25-jährigen Bestehens den Innovationspreis 2017 an eine Arbeit zur Entwicklung eines Verbinderbeschlags zur werkzeuglosen Montage (WeMo) von Möbeln für den gewerblichen Bereich. Tony Gauser, Linda Geißler und Matthias Weinert (IHD) entwickelten in einem durch das BMWi geförderten Projekt einen Verbinderbeschlag, der eine sichere, fehlertolerante werkzeuglose Montage von Möbelbauteilen sowohl für den Wohn- als auch für den Nichtwohnbereich ermöglicht.

 

Der bereits durch ein Patent geschützte Beschlag ist preiswert im Spritzgussverfahren herstellbar und besteht aus Klappbolzen, Beschlagbett und Hülse. Die besondere Herausforderung des Erzeugens einer Vorspannung zur Absicherung einer ausreichenden Stabilität wurde derart erreicht, dass das Möbelelement mit der eingebrachten Hülse auf den Bolzen gesteckt wird, der in einer geneigten Schiene gelagert ist. Ein wesentlicher Vorteil der durch ein Verschieben der Möbelelemente (Verriegeln des Beschlags) erzeugten Vorspannung besteht in der späteren dynamischen Belastbarkeit der Konstruktion.

 

Funktionsprinzip des WeMo-Verbinderbeschlags


Dieser gegenüber anderen werkzeuglosen Verbindern einmalige Beschlag ist derart ausgelegt, dass geometriebedingt nur vollständig und nicht falsch montiert wird. Bei Fehlbedienung erfolgt eine Blockierung, die ein weiteres Vorgehen verhindert.  Alle Beschlagsteile werden ab Werk in die zu montierenden Bauteile ohne Spezialwerkzeug mit einer Einpressvorrichtung appliziert. Für das Einbringen des Beschlages werden je Beschlag eine Fräsung/Bohrreihe in die Breitfläche und eine Bohrung in der Schmalfläche benötigt. Mit der Einpressung des Beschlags sind alle offenen Flächen, die ein späteres Eindringen von Feuchtigkeit in den Plattenwerkstoff begünstigen, verschlossen. Die Benutzung des Beschlages ist bei Montage bzw. Demontage eindeutig und einfach ohne Werkzeuge möglich.


Christiane Hartwig-Gerth, die Vorsitzende der Jury, begründete die Vergabe des Preises mit der hoch innovativen, außerordentlich preisgünstigen Technologie und der breiten Anwendbarkeit – vom hochtechnologischen Möbelbauer bis hin zum Handwerker. Die durch die geschickte Gestaltung ausgeschlossene Fehlbedienung, die geringen Anforderungen beim Einbringen und Verwenden des Beschlags sowie die durch die Vorspannung erreichte dynamische Belastbarkeit der werkzeuglos zu montierenden Konstruktion überzeugte die Jury von der Preiswürdigkeit der Entwicklung. Das Kuratorium des IHD zeigte sich zudem erfreut von der forschungsseitigen Zuwendung des IHD zur Möbelindustrie und regte die Bildung eines Forschungskreises Möbel an.

 

IHD-Pressemitteilung vom 16. Mai 2017

 

Preisträger des Innovationspreises des IHD 2017

Die Preisträger des Innovationspreises des IHD 2017

Linda Geißler, Matthias Weinert und Tony Gauser (v.l.n.r.)

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